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Zwischen Angst und Zuversicht - Arbeitstagung Gerontopsychosomatik und Alterspsychotherapie

Alterspsychotherapie in bedrohlichen Zeiten

Krieg und Gewalt hinterlassen Spuren - lebensgeschichtlich, körperlich, psychisch und gesellschaftlich. In der psychotherapeutischen Arbeit mit älteren Menschen begegnen uns diese Spuren in vielfältiger Form: als Traumatisierungen im Lebensverlauf, als transgenerationelle Weitergabe, als somatoforme Störungen oder in der Reaktivierung alter Ängste angesichts aktueller politischer Ereignisse. Das Erleben von Flucht, Verlust, Hunger und Gewalt in Kindheit oder Jugend wirkt oft jahrzentelang im Verborgenen und wird im Alter, etwa bei Krankheit, Pflegebedürftigkeit oder in gesellschaftlichen Krisen wieder emotional oder als
Erinnerungen mobilisiert. Zugleich wächst angesichts aktueller Kriege weltweit, medial allgegenwärtiger Gewalt und kollektiver Unsicherheiten bei vielen älteren Menschen die Angst vor neuen Gewalterfahrungen. Für die Alterspsychotherapie und Gerontopsychosomatik stellt sich daher die dringliche Aufgabe, einen therapeutischen Raum zu schaffen, in dem diese individuellen und kollektiven Erfahrungen ernst genommen, verstanden und bearbeitet werden können. Diese komplexe Herausforderung an die professionelle Rolle erfordert Verständnis, Differenzierung und die fortwährende Bereitschaft zur Selbstreflexion.Das Symposium widmet sich psychodynamischen und sozialpsychologischen Dimensionen von Kriegserfahrungen und Gewalt in der aktuellen Arbeit mit älteren Patient:innen. Es bietet wissenschaftlich fundierte und klinisch orientierte Vorträge und thematische Vertiefungen in Kleingruppen.

Kooperation mit:
Universitätsklikum Münster; Deutsche Gesellschaft für Gerontologie und Geriatrie (DGGG); Deutsche Gesellschaft für Psychosomatische Medizin und Ärztliche Psychotherapie (DGPM)