Springen Sie direkt zum Hauptinhalt

Vertrauen gebrochen!

Geistlicher Missbrauch in Geistlichen Gemeinschaften

Die Veröffentlichung der Studie „Geistlicher Missbrauch in Geistlichen Gemeinschaften“ an der Universität Münster markiert einen wichtigen Schritt bei der Aufarbeitung eines Themas, das viele Menschen in Kirche und Gesellschaft lange kaum wahrgenommen haben. Geistlicher Missbrauch geschieht dort, wo Vertrauen ausgenutzt, Gewissensfreiheit eingeschränkt und geistliche Autorität dazu verwendet wird, Menschen abhängig zu machen oder ihren eigenen Wahrnehmungen zu misstrauen. Die Folgen reichen häufig weit über die konkrete Situation hinaus: Viele Betroffene berichten von Verletzungen ihrer Glaubensbeziehung, von Belastungen, dem Verlust ihrer religiösen Beheimatung und auch von sehr schweren psychischen Folgen.

Die aktuelle Studie der Universität Münster untersucht die Bedingungen und Strukturen, die den geistlichen Missbrauch in Geistlichen Gemeinschaften ermöglichen können. Darüber hinaus stellt sie die Frage, welche theologischen Vorstellungen, Leitungsformen und spirituellen Praktiken Menschen gefährden oder schützen.
Die Abendveranstaltung greift die Ergebnisse der Studie auf und diskutiert ihre Bedeutung für Kirche, Seelsorge und geistliche Gemeinschaften. Im Mittelpunkt stehen Erkenntnisse aus der Studie mit Blick auf Betroffene und den Missbrauch ermöglichende Strukturen sowie die Frage, wie Gewissensfreiheit, personale Würde und eine Kultur der freien Entscheidung gestärkt werden können. Was schützt Menschen vor geistlichem Missbrauch? Wie kann geistliche Autorität verantwortlich ausgeübt werden? Und welche Konsequenzen sind heute notwendig?