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Tugenden als Motoren für zukunftsfähige Demokratien

Zwischen Tradition und Innovation

Die liberale Demokratie sieht sich gegenwärtig mit tiefgreifenden und komplexen Herausforderungen konfrontiert: Klimakrise, soziale Ungleichheit, Rechtsruck, Populismus,
gesellschaftliche Polarisierung und der Vertrauensverlust in politische Institutionen
erschüttern ihre Stabilität und Funktionsfähigkeit. In den öffentlichen Debatten werden Besonnenheit und Zivilcourage gefordert, der Ruf nach Gerechtigkeit und Gemeinsinn angesichts wachsender sozialer Spannungen wird laut. So erlebt der Begriff der "Tugend" eine bemerkenswerte Konjunktur.

Tugenden können als verstetigte und gelebte Haltungen kollektive Handlungsspielräume
erweitern – jenseits institutioneller Maßnahmen. Indem sie unter anderem autonomes Handeln im Sinne der Gemeinschaft motivieren und zur Bewältigung ethisch-moralischer Herausforderungen beitragen, können sie Ansatzpunkte für die Stärkung von Gemeinsinn, demokratischer Kultur und Resilienz darstellen. Gleichzeitig können Tugenden aber auch als paternalistisches "Elitenprojekt" betrachtet werden oder als Instrument zur Stabilisierung von Machtverhältnissen.

Diese interdisziplinäre Fachtagung diskutiert Potenziale und Grenzen von Tugenden,
ihre kontextsensible Neubestimmung und ihren möglichen Beitrag zur Stärkung der
Demokratie. Sie fragt: Sind insbesondere die christlichen Tugenden eine Ressource für
eine gelingende demokratische Nachhaltigkeitspolitik? So wird das Konzept der Tugend kritisch beleuchtet und Raum für den Austausch zwischen theoretischen und empirisch-praktischen Zugängen geschaffen.

Kooperation mit:
Zentrum für interdisziplinäre Nachhaltigkeitsforschung, Universität Münster