Der Duft des Göttlichen. Indien im Alltag
Lesung mit Martin Kämpchen
Indien, das bevölkerungsreichste Land der Welt, steht zunehmend im Blickpunkt der Öffentlichkeit: als Markt für Unternehmen, als Ziel für Tourismus und auch als geostrategischer Akteur und möglicher Partner. Gleichzeitig gibt es viel zu lernen über indische Kulturen, Religiosität, Alltag und Mentalität. Die indische, vor allem hinduistisch geprägte Sicht auf die Welt unterscheidet sich fundamental von der mitteleuropäischen.
Der Literatur- und Religionswissenschaftler Martin Kämpchen beschreibt in seinem Buch »Der Duft des Göttlichen. Indien im Alltag« verschiedenste Aspekte indischen Lebens: so unter anderem Familie, das Verhältnis zwischen privater und öffentlicher Sphäre, die gesellschaftliche Stellung der Frau oder Umgangsformen. Auch thematisiert das Buch die Gegensätze zwischen Stadt und Land, arm und reich – die sehr viel ausgeprägter sind als wir das aus Europa kennen.
Die indische Gesellschaft ist zutiefst geprägt von der hinduistischen Religion. Besonderes Augenmerk gilt daher der Selbstverständlichkeit von Transzendenz und Offenheit für die Wahrnehmung des »Göttlichen« im Alltag, beschrieben mit dem Bild des »Duftes« im Sinne einer Präsenz, die nicht im Vordergrund steht, aber immer spürbar ist. Zugleich ist die hinduistische Götterwelt jedoch komplex und widersprüchlich, ein Spiegelbild der Menschenwelt – mit einer Ambivalenz, die in der Relativität von Gut und Böse liegt und für vom Christentum geprägte Beobachter schwer verständlich ist.
Sonstige Hinweise:
Für Studierende mit Kultusemesterticket ist die Teilnahme gebührenfrei.