Oscar Romero (1917-1980)
Christentumsgeschichte(n) aus mystisch-politischer Sicht - Resonanzen für heute
Erzbischof Oscar Arnulfo Romero kämpfte für die Armen und Unterdrückten in El Salvador und damit auch für ein gerechteres politisches System. Der Militärdiktatur war er ein Dorn im Auge, 1980 wurde er von einem Auftragskiller getötet. Das Volk von El Salvador verehrt Romero seitdem als einen Heiligen, schon lange bevor schließlich Papst Franziskus dessen Martyrium 2018 auch offiziell anerkannte. Bis sich Romero politisch und sozial so klar positionieren konnte, bedurfte es einer langen Zeit des Wandels eines ängstlichen Vertreters einer konservativen, der politischen Elite höchst wohlgesonnen Kirche hin zu einer lautstarken Stimme der Stimmlosen. Romeros Spiritualität, die ihm diese persönliche Bekehrung möglich gemacht hat, wird im Mittelpunkt des Abends stehen: Transzendenz bedeutet nicht: zum Himmel schauen, an das ewige Leben denken und über die Probleme der Erde hinweggehen. Vielmehr handelt es sich um eine Transzendenz, die dem menschlichen Herzen gilt. Sie bedeutet, sich auf das Kind, auf den Armen, auf den in Lumpen Gekleideten, auf den Kranken einzulassen, in die Elendshütten und Häuser zu gehen und mit ihnen allen zu teilen. (O. A. Romero)