Gedenkveranstaltung anlässlich der Pogromnacht am 9. November 1938
Ottla – Franz Kafkas Lieblingsschwester
Ein Theaterstück nach dem Hörspiel von Petr Balajka mit dem Ensemble Rimon Productions
Am 29. Oktober 1892 wurde Ottilie Kafka, genannt Ottla, die jüngste und liebste Schwester von Franz Kafka geboren. Sie nahm einen besonderen Platz im Leben des Schriftstellers ein. Das Theaterstück widmet sich ihrem bewegten Leben in Prag mit der Familie und ihrer Deportation nach Theresienstadt. Deportiert wird sie alleine, ohne ihre Familie. Bei ihrer Ankunft im Ghetto übernimmt Ottla die Betreuung von Kindern im Waisenhaus. Dort begegnet sie dem jüdischen Lagerarzt Felix Hershkovitz, der das Lager überlebt und später Ottlas Töchtern von seinen Erinnerungen an ihre Mutter berichtet. Die Ereignisse spitzen sich dramatisch zu, als sich Ottla freiwillig meldet, um einen Kindertransport jüdischer, polnischer Kinder zu begleiten. Felix versucht sie davon abzuhalten, um ihr Leben zu retten. Doch Ottla bleibt ihrer Entscheidung treu.
Das Stück rekonstruiert ihre Geschichte anhand erhaltener Briefe, Augenzeugenberichten und Erinnerungen ihrer Tochter Vera, die in Interviews 2015 aufgezeichnet wurden.
Kafkas Zitate durchziehen das Stück wie eine geistige Verbindung - zart, poetisch und schmerzlich klar. Alle drei Schwestern Franz Kafkas wurden in der Shoa ermordet. Das Stück macht dieses Schicksal sichtbar und verleiht Ottla eine Stimme, die bis heute nachhallt.
Kooperation mit:
Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Münster e.V.; Deutsch-Israelische Gesellschaft e.V. Münster