"Ein Haus aus Phantasien / Gedankendach"
Literaturen der Ukraine
Die Ukraine ist in kulturhistorischer Hinsicht mehrsprachig und plurikulturell geprägt. Das gilt nicht nur für das bis heute vorhandene Nebeneinander von Ukrainisch und Russisch. Historisch kommen vor allem in der Westukraine Deutsch, Jiddisch, Polnisch und Rumänisch hinzu. Es gibt außerdem armenische und ungarische Minderheiten und vor allem in den südöstlichen Gebieten auch türkische und griechische. Autoren des 20. Jahrhunderts wie Isaak Babel und Michail Bulgakow (Russisch schreibend), Paul Celan und Joseph Roth (Deutsch) oder Bruno Schulz (Polnisch) sind in den Kanon der sogenannten Weltliteratur eingegangen, ohne dass sie immer mit ihrer Herkunft aus der heutigen Ukraine verbunden werden.
Der Fächer ließe sich erweitern um die aus Czernowitz stammende Lyrikerin Rose Ausländer oder die polnisch und jiddisch schreibende Avantgardistin Deborah Vogel. Mehrsprachigkeit findet sich auch bei Autoren, die für die ukrainische Nationalbewegung wichtig waren: Taras Schewtschenko schrieb neben Ukrainisch auf Russisch, Iwan Franko auf Deutsch, Lesja Ukrajinka auf Ukrainisch, Russisch, Deutsch und Französisch. In der jüngeren ukrainischen Literatur werden diese Plurikulturalität, aber auch die Brüche, die die Gewalt und die Verbrechen der Totalitarismen und der Kriege des 20. Jahrhunderts hinterlassen haben, vielfach thematisiert.
Das Seminar will sowohl Einblicke in die Vielfalt der Literaturen der Ukraine als auch in die ukrainische Literatur vermitteln.
Wir freuen uns über Ihr Interesse und laden Sie herzlich ein!
Gabriele Osthues M.A., Akademie Franz Hitze Haus
Prof. Dr. Irina Wutsdorff, Institut für Slavistik,
Universität Münster
Kooperation mit:
Zusammenarbeit mit: Institut für Slavistik, Universität Münster
Sonstige Hinweise:
Anmeldeschluss: 2. November 2026