Madeleine Delbrêl
Christentumsgeschichte(n) aus mystisch-politischer Sicht - Resonanzen für heute
Mystikerin, Poetin, Sozialarbeiterin und Kommunisten-Freundin: Madeleine Delbrêl
vereint all dies in sich. Im Frankreich des frühen 20. Jahrhunderts prägt sie viele
Menschen und handelt sich Ärger mit der katholischen Kirche ein.
Als Siebzehnjährige schreibt sie: »Gott ist tot – es lebe der Tod. Gott war von Dauer.
Jetzt ist der Tod der Einzige, der dauert. Gott war allmächtig. Jetzt wird der Tod mit allem und allen fertig.« Durch den Eintritt ihres Verlobten Jean Maydieu in den Dominikanerorden gerät Madeleine in eine tiefe Lebenskrise – und entdeckt im Gebet Gott. Zusammen mit Gefährtinnen gründet sie mitten in der kommunistisch regierten Pariser Arbeitervorstadt Ivry eine kleine christliche Gemeinschaft: ohne Gelübde, ohne Klausur, aber ehelos und bereit, Gott den ersten Platz in ihrem Leben einzuräumen. Sich selbst bezeichnet die Sozialarbeiterin als »Partisanin« im Gefüge der Kirche.
Die Veranstaltung stellt Madeleine Delbrêl anhand einiger ihrer literarischen Texte als
»Mystikerin der Straße« inmitten ihres säkularen Umfelds vor und fragt dabei nach Formen einer gegenwärtigen christlichen Existenz.