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Religion und moralischer Universalismus

Hans Joas´ Religionstheorie in der
Diskussion

In der jüngeren Geschichte westlicher Demokratien mehren sich
die Anzeichen, dass die Errungenschaften neuzeitlicher Freiheitsgeschichte
keineswegs selbstverständlich sind. Zu ihrer derzeitigen
Gestalt hat u. a. eine Auseinandersetzung zwischen
politischer Freiheit und religiösen Wahrheitsansprüchen geführt,
die seit der Aufklärung unumkehrbar scheint und als Säkularität
bezeichnet wird.
Der Religionssoziologe und Sozialphilosoph Hans Joas (*1948)
hat mit „Im Bannkreis der Freiheit. Religionstheorie nach Hegel
und Nietzsche“ einen bemerkenswerten Überblick über
religionstheoretische Entwürfe vorgelegt, in denen sich eine
neuartige Deutung des Verhältnisses von Religions- und
Freiheitsgeschichte abzeichnet. Die von Joas dargestellten
religionssoziologischen, theologischen und philosophischen
Theorieansätze setzen sich ab von einer auf Hegel zurückgehenden
Entwicklungslogik, in der sich Religionen mehr oder
weniger reibungslos in die Vernunftgeschichte einschreiben
lassen. Vielmehr zeigt die Debatte um eine „Wiederkehr der
Religion(en)“ und eine „Krise der Säkularität“, dass das
Bestimmungsverhältnis von neuzeitlicher Freiheit und religiösen
Phänomenen geschichtlich wesentlich vielfältiger ist und zu seiner
Rekonstruktion andere Ansätze besser geeignet sind.
In Kooperation mit der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit
NRW möchte die Akademie Franz Hitze Haus zu einem
Gespräch mit Hans Joas einladen. Seine Monographie bietet
diskussionswürdige Argumente zugunsten von Religionen in
heutigen Demokratien. Aber welchen Beitrag können diese in
westlichen Gesellschaften aktuell wirklich leisten und wie lassen
sie sich im Gefüge pluraler Demokratien soziologisch verorten?

Kooperation mit:
Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit

Referierende:
apl. Prof. Dr. Bettina Hollstein, Max-Weber-Kolleg für kultur- und sozialwissenschaftliche Studien, Universität Erfurt (Moderation des Tagungspodiums);
Prof. Dr. Hans Joas, Ernst-Troeltsch-Professur für Religionssoziologie an der Theologischen Fakultät der Humboldt-Universität Berlin;
Prof. Dr. Ines Michalowski, Professur für Religionssoziologie am Institut für Soziologie und stellv. Sprecherin des
Exzellenzclusters Religion und Politik an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster;
Prof. Dr. Christian Polke, Professor für Ethik im Rahmen der Systematischen Theologie, Georg-August-Universität Göttingen;
Prof. Dr. Thomas Schmidt, Professor für Religionsphilosophie am Fachbereich Katholische Theologie der Goethe-Universität
Frankfurt am Main
Beginn: Fr, 03.02.2023 um 16:00 Uhr
Ende: Fr, 03.02.2023 bis 21:00 Uhr
 
Tagungs-Nr.: 23-340
Tagungsleitung: Sebastian Lanwer
Sekretariat: Sekretariat
Tagungsbeitrag: 20,00€/erm 15,00€/Semesterticket 0,00€
 
Bildnachweis: © Pixabay
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