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Religion ist politisch!

Theologie der Befreiung: Empowerment als Botschaft des Evangeliums

- Weltkirche als globale Lerngemeinschaft
- Perspektiven für gesellschaftliches Engagement der Kirche
- Impulse aus dem Bistumspartnerschaften Münsters

Die Theologie der Befreiung stellt die Freiheit der Menschen von jeglicher Form der Unterdrückung ins Zentrum ihrer Über-legungen: So verstanden kann die Botschaft des Evangeliums zur Emanzipation und zum Empowerment benachteiligter Menschen beitragen. Theologie hat damit erhebliches politisches, sogar revolutionäres Potential. Das zeigt sich grade in subtilen, aber sehr nachhaltigen sozialen Veränderungen - wie am Beispiel der Frauenkooperative, der die Dame auf dem Titelbild angehört.
Viele Menschen haben sich in den letzten Jahrzehnten von einer so verstandenen Theologie inspirieren und motivieren lassen — oft ganz direkt und bewusst, nicht selten aber auch implizit, durch Begegnung mit anderen und den Umständen, in denen sie leben, arbeiten und sich engagieren. Durch zahlreiche persönliche Begegnungen kam es zu einer intensiven Wechselbeziehung zwischen Globalem Süden und Norden: u.a. durch intensiven Austausch in kirchlichen Partnerschaften auf Ebene von Bistümern und Gemeinden, oder durch die zahlreichen Aktivitäten der kirchlichen Werke.
Aus soziologischer Perspektive trägt dieses religiös motivierte (sozial)politische und zivilgesellschaftliche Engagement in verschiedenen Dimensionen zu gesellschaftlicher Entwicklung bei: Es stärkt emanzipatorische Prozesse u.a. sozial minorisierter und benachteiligter Gruppen, politische Teilhabe, Toleranz und Ankerkennung von Diversität, Bildungskarrieren usw.
Wir wollen die Beziehungen zwischen Lateinamerika und Deutschland näher betrachten: Zahlreiche Ordensleute, Priester und Freiwillige haben in den letzten Jahrzehnten ein dichtes Netz persönlicher Kontakte und Beziehungen gewoben, das sich zwar über die Zeit verändert hat, aber weiter lebendig ist. Ein Beispiel ist die seit 1968 bestehende Partnerschaft des Bistums Münster mit dem Bistum Tula in Mexiko, zu dem auch das Valle de Mezquital gehört. Das Valle gilt inzwischen als Region, in der es große gesellschaftliche Veränderungen gegeben hat - welchen Anteil auch die Befreiungstheologie an diesem Wandel hatte, untersucht eine aktuelle Forschung, die ebenfalls vorgestellt wird.
Die Tagung richtet sich an alle, die sich mit der Befreiungstheologie beschäftigen, die eine persönliche Beziehung zu Lateinamerika haben oder sich für den Beitrag von Religion und Religiosität zu individueller und gesellschaftlicher Emanzipation interessieren.

Kooperation mit:
Fachstelle Weltkirche und globale Zusammenarbeit, Bistum Münster; Lateinamerika-Studien, Universität Hamburg

Referierende:
Simone Katter, Sozialheld*innen, Leitung Kommunikation, Berlin
Benedikt Kern, Institut für Theologie und Politik (ITP), Münster
Dr. Sandra Lassak, MISEREOR, Aachen
Dr. Gilberto Rescher, Lateinamerika-Zentrum, Universität Hamburg
Maria Guadalupe Rivera Garay, Bielefeld Graduate School in History and Sociology
PD Dr. Stefan Silber, Professur für Dogmatik und Dogmengeschichte, Universität Vechta
Beginn: Do, 01.12.2022 um 13:30 Uhr
Ende: Fr, 02.12.2022 bis 13:00 Uhr
 
Tagungs-Nr.: 22-529
Tagungsleitung: Dr. Christian Müller
Sekretariat: Andreas Struhkamp
Tagungsbeitrag: 50,00€/erm 35,00€/Semesterticket 35,00€
 
Tagung fällt aus
© Maria Guadalupe Rivera Garay, privat
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