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Theologie der Armut

Zentral für die Zukunft der Kirche?

- Eine "arme Kirche für die Armen?"
- Delegation der Aufgabe an Orden und (Caritas)Verbände?
- Theologische Impulse und Diskussion

“Was ihr getan habt einem und einer von diesen meinen geringsten Brüdern und Schwestern, das habt ihr mir getan."
(Mt 25,40).

Die Frage nach der Gerechtigkeit für die Armen ist ein immer wiederkehrendes Motiv biblischer Texte, im Neuen Testament stellt Jesus selbst sie im Bild vom Weltgericht in den Mittelpunkt.
Nicht selten wurde das in der Kirchengeschichte vergessen -
und genauso oft haben Gläubige, nicht zuletzt Ordensleute, dies wieder in Erinnerung gerufen. “Ach, wie möchte ich eine arme Kirche für die Armen!” Dieser Ausruf von Papst Franziskus
zu Beginn seines Pontifikats 2013 steht in dieser Tradition und belebte die Diskussion einmal mehr. In der Enzyklika “Evangelii
Gaudium” machte Franziskus deutlich: Die Armen haben “einen bevorzugten Platz im Herzen Gottes”. Die viel zitierte “Option
für die Armen” sei für die Kirche indes in “erster Linie eine theologische Kategorie und erst an zweiter Stelle eine kulturelle, soziologische (oder) politische Frage”. Franziskus selbst setzt
durch seinen persönlichen Lebensstil und Handlungen (wie der Fußwaschung am Gründonnerstag) wichtige Zeichen.

Was bedeutet das für den Glauben und die Praxis der Kirche und ihrer Caritas, die vor allem in Deutschland auch stark von der verbandlichen Caritas geprägt ist? Die Armen selbst - so die klaren Ergebnisse einer Befragung der Jesuitenmission in Deutschland und international - wünschen sich jedenfalls keine Kirche, die arm ist im Sinne eines weitgehenden Verzichts auf materielle Ressourcen. Dieser Verzicht würde sie auch des “institutionellen Muskels” (Jörg Alt SJ) berauben, mit dem sie den Armen helfen und Ungerechtigkeit in der Welt bekämpfen kann.

In unserem Forum wollen wir danach fragen, wie die Balance gelingen kann zwischen einer materiell armen Kirche und einer Kirche für die Armen.

Wir laden Sie herzlich ein!

Kooperation mit:
Freckenhorster Kreis

Referierende:
Sr. Klara Maria Breuer, Missionsprokuratorin, Schwestern der hl. Maria Magdalena Postel, Bestwig
Helmut Flötotto, Caritasverband für die Diözese Münster e.V., Flüchtlingsbeauftragter des Bistums
Dr. Christian J. Müller, Akademie Franz Hitze Haus, Münster
Beginn: Di, 15.12.2020 um 18:30 Uhr
Ende: Di, 15.12.2020 bis 21:00 Uhr
 
Tagungs-Nr.: 20-531
Tagungsleitung: Dr. Christian Müller
Sekretariat: Ingrid Grothues
Tagungsbeitrag: 8 € /erm 4 € (o. ÜN)

Für Studierende mit Kultursemesterticket ist die Veranstaltung kostenfrei.
Für Inhaber des Kultursemestertickets gebührenfrei
 
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