^

Das Hakenkreuz vor der Haustür. Regionale NS-Geschichte(n) und ihre retrospekive Deutung in Münster

Die Tagung findet in diesem Jahr als Online Seminar statt.

- Seminar für Studierende der Geschichte der Universität Münster
- Erinnerung an die NS-Gewaltherrschaft als methodisch-didaktische Herausforderung

Die Erinnerung an die Zeit der NS-Gewaltherrschaft ist und bleibt ein zentrales Thema historisch-politischer Bildung. Das gilt umso mehr, als sie zur „Public History“ geworden ist, deren Deutung längst nicht mehr nur von Historikern geprägt wird, sondern auch durch Museen und Gedenkstätten, Heimatforscher und Medien aller Art. Von der Verlegung von „Stolpersteinen“ über Straßenbenennungen bis zur
Etablierung von Gedenk- und Erinnerungsorten reicht auch vor Ort das Spektrum der Zugänge. In den letzten Jahren sind auch Täter- und Kult-Orte des NS-Regimes ins Blickfeld gerückt, wie überhaupt die „Täterforschung“ und die Exklusions- und Inklusions-Mechanismen der Konstruktion der „Volksgemeinschaft“ wichtige zeithistorische Untersuchungsfelder geworden sind, die auch bei der Einschätzung heutiger antidemokratischer Tendenzen helfen. Gleichzeitig machen sich Stimmen breit, die für einen Schlussstrich in der Beschäftigung mit der Geschichte der NS-Zeit plädieren oder gar positive Umdeutungen von Ideologie und Herrschaft des Nationalsozialismus vornehmen.

Die Tagung möchte an ausgewähltes Beispielen aus Westfalen einen Überblick über zentrale Aspekte der NS-Herrschaft und ihrer Mechanismen von „Verführung und Gewalt“ in der Region vermitteln sowie methodisch-didaktische Herausforderungen historisch-politischer Bildungsarbeit erörtern. Auch aktuelle revisionistische Geschichtsdeutungen sollen kritisch hinterfragt und Argumentationshilfen gegen solche Parolen vermittelt werden.

Die Tagung richtet sich an Studierende der Geschichte und andere fachlich Interessierte. Da sie unter gegenwärtigen Bedingungen nicht als Präsenzveranstaltung stattfinden kann, ist sie als Webinar angelegt. Die Tagung ist kostenfrei, eine Anmeldung aber dennoch erforderlich.

Kooperation mit:
Geschichtsort Villa ten Hompel, Münster;
Historisches Seminar, Universität Münster;
LWL-Medienzentrum für Westfalen, Münster

Referierende:
Prof. Dr. Markus Köster, LWL-Medienzentrum für Westfalen, Münster
Winfried Nachtwei, Friedens- und Sicherheitspolitiker, GRÜNE, Münster
Stefan Querl, Geschichtsort Villa ten Hompel, Münster
Markus Schröder, Fernsehjournalist und Filmemacher, Münster
Michael Sturm, pädagogisch-wissenschaftlicher Mitarbeiter, Geschichtsort Villa ten Hompel
Beginn: Fr, 26.06.2020 um 14:30 Uhr
Ende: Sa, 27.06.2020 bis 17:00 Uhr
 
Tagungs-Nr.: 20-514
Tagungsleitung: Dr. Christian Müller
Sekretariat: Ingrid Grothues
Tagungsbeitrag: 0 € (ÜN/DZ)
0 € (ÜN/EZ)
kostenlos (o. ÜN)
 
© Julius-Gaertner/LWL-Medienzentrum
Programm als PDF-Download