Teresa von Ávila
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Teresa von Ávila
(1515–1582)
Reihe: Wenn Spiritualität praktisch wird
Mit zwanzig Jahren tritt Teresa von Ávila in den Karmel ein. Dort fühlt sich die junge Spanierin zwischen ihren oberflächlichen Interessen und einer kontemplativen Sehnsucht nach Gott hin- und hergerissen. Sie sucht einen konsequenteren Weg der Nachfolge Christi, überlistet das männliche Establishment der spanischen Amtskirche und gründet eine Reformgemeinschaft innerhalb ihres Ordens: die »Unbeschuhten Karmelitinnen«.
Die Veranstaltung konzentriert sich auf Teresa als kreative Ordensreformatorin. Durch den Mystiker Johannes vom Kreuz beginnt Teresas Reform auch unter den männlichen Karmeliten zu wirken. Eine neue »Zeit der Orden« (Johann Baptist Metz) bricht an. Allerdings gefiel diese Entwicklung damals beileibe nicht allen.
Freundschaft mit Gott pflegen und sich ehrlich um Selbsterkenntnis bemühen: so kann man die neue Ordensspiritualität Teresas umreißen. Sie gilt als große Mystikerin und hinterlässt beeindruckende Texte. Ihr Werk gehört zum Kanon der spanischen Literatur. Heute setzen sich Universitäten und Literaturseminare mit Teresa auseinander – als Schriftstellerin, nicht nur als Heilige. 1970 wird sie als erste Frau in der Geschichte der Kirche zur Kirchenlehrerin ernannt.
Prof. Dr. Ulrich Engel OP Theologe und Direktor des Instituts M.-Dominique Chenu, Berlin
Zur Anmeldung: Teresa von Ávila