Springen Sie direkt zum Hauptinhalt

Liebe auf dem Prüfstand

Liebe auf dem Prüfstand

Film und Gespräch: Paare mit einem behinderten Kind

»Wie Hunde, die in eine Ecke gedrängt wurden, haben wir mit den Zähnen gefletscht und sind aufeinander losgegangen.« So beschreiben Julia und ihr Mann Danielo die Zeit nach der Geburt ihres Sohnes Arvid. Arvid kommt vor fünf Jahren fast leblos zur Welt, muss reanimiert werden und bleibt schwerbehindert. Julia und Danielo gehen mit der Trauer unterschiedlich um. Waren sie vorher ein sehr harmonisches Paar, so streiten sie sich jetzt wegen Nichtigkeiten, ihre Nerven liegen blank: »Wir waren nur noch Einzelkämpfer und hielten nicht mehr zusammen.«

Paare, die ein behindertes Kind bekommen, stehen vor immensen Herausforderungen. Sie müssen mit dem Schock und der Angst um ihr Kind umgehen. Später müssen sie ihren Alltag rund um die Pflege und medizinische Versorgung ihres Kindes organisieren. Dabei als Paar nicht auf der Strecke zu bleiben, kann schwierig werden.

Rosa, die Tochter von Bettina und Falco, ist aufgrund eines genetischen Defekts ebenfalls stark eingeschränkt. Lange hofft das Elternpaar, Rosas Zustand würde sich verbessern, wenn sie sie nur genug fördern. Doch Bettina und Falco müssen erkennen, dass Rosa stark pflegebedürftig bleibt. Falco ist beruflich viel unterwegs. Bettina fühlt sich mit den täglichen Aufgaben rund um Therapien, Arztbesuche, Krankenkassenanträge oft allein gelassen.

Der Film »Liebe auf dem Prüfstand« (WDR, 2020) begleitet die beiden Paare in ihrem Familienleben, zeigt, wie sie mit den tiefgreifenden Veränderungen umgehen, wie sie ihren Schmerz verarbeiten und für neue Perspektiven kämpfen.

Tabea Hosche Filmemacherin und Journalistin, Berlin

Monika Holtkamp Leiterin EFL Dülmen und Coesfeld

Nicole Wiethoff Leiterin EFL Moers

 

Zur Anmeldung: Liebe auf dem Prüfstand