Erfahrungen im Glauben
Erfahrungen im Glauben
Lernfeld für Kirche und Gesellschaft?
Der Synodale Weg hat gezeigt, dass auch in Kirche Positionen hart, manchmal unversöhnlich aufeinandertreffen. Auch in anderen öffentlichen Diskussionen in Kirche sind immer wieder weit auseinanderdriftende Standpunkte auszumachen, die nicht nur an der » Oberfläche« liegen, sondern oft in den Kern religiöser Identitäten reichen. Manch ein Beobachter spricht gar von einer inneren Kirchenspaltung, die sich zwischen »reformorientierten«, und »konservativen« Lagern abzeichne.
Die Veranstaltung wird daher der Frage nachgehen: Wie können Menschen aus unterschiedlichen kirchlichen Verortungen heute konstruktiv miteinander ins Gespräch kommen, ohne sich reflexhaft entlang der bekannten Konfliktlinien zu positionieren und auszuschließen?
Ein Zugang zur Beantwortung dieser Frage wird in der Abendveranstaltung daher nicht zuerst entlang der typischen Streitpunkte – Ordination von Frauen, Sexualmoral, Geschlecht, u. ä. – gesucht werden, sondern über die persönlichen Erfahrungen im Glauben. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie und wann Glaube erfahren wird und welche Wirkung dies auf die eigene Biografie, das Gottesbild und die Wahrnehmung der Welt hat.
In einem biografisch narrativen Podiumsgespräch berichten Gesprächspartner:innen aus verschiedenen kirchlichen Richtungen und unterschiedlichen Alters von Momenten, in denen Glaube für sie real und relevant geworden ist. Anschließend erweitert die Veranstaltung den Blick auf das Verhältnis dieser Glaubenserfahrungen zur gesellschaftlichen Wirklichkeit. Es geht darum zu erkennen, wie solche Erfahrungen Deutungen von Realität beeinflussen, welche Impulse sie für das Handeln in einem komplexen gesellschaftlichen Umfeld freisetzen und welche Spannungen, aber auch Handlungsoptionen entstehen, wenn persönlicher Glaube auf politische, soziale oder kulturelle Herausforderungen trifft.
Schließlich geht es um das Potenzial im innerkirchlichen Dialog, das entsteht, wenn unterschiedliche Glaubenserfahrungen als ernstzunehmende und gegenseitige Lernorte anerkannt werden. Welche Voraussetzungen braucht ein solcher Dialog, damit Erfahrungen im Glauben nicht in der privaten Innerlichkeit, spiritueller Weltflucht oder in der Verklärung von Wirklichkeit münden, sondern tatsächlich Brücken schlagen können – zwischen unterschiedlichen Milieus, theologischen Traditionen und biografischen Prägungen.
Prof. Dr. Daniel Bogner Sozialethiker, Universität Fribourg, Schweiz
Sr. Johanna Domek Benediktinerinnenkloster Köln
Emma Euhus Studentin der Betriebswirtschaftslehre, Stuttgart
Prof. em. Dr. Ludger Schwienhorst-Schönberger Alttestamentlicher Bibelwissenschaftler, Wien
Zur Anmeldung: Erfahrungen im Glauben